Eslarn – Atzmannsee: Hat sich die Marktgemeinde jetzt selbst „das größte Ei ins Nest gelegt“?

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Letztjährig hatten wir schon einmal in einer DEEZ-Ausgabe darüber berichtet, dass der sog. „Atzmannsee“ als Badeweiher der Marktgemeinde Eslarn nicht so ganz den Vorschriften entsprechen könnte. Bereits die Nutzung als Fischzuchtweiher mit unvorhersehbaren Schreckenserlebnissen für kleinere Schwimmer:innen scheint bedenklich. Außerdem fehlten letztjährig noch jedwede Rettungsringe etc., während eine vor dem neu errichteten Kioskgebäude (aka „Infozentrum Fischerei & Gewässer) eingerichtete Freidusche durchaus als „bädertypischer Ausbau“ bezeichnet werden kann. Wir verwiesen im Zusammenhang mit unserem Bericht auch auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) v. 01.03.2017, bzw. ein Urteil v. 23.11.2017, Az. III ZR 60/16).

Es ging um den Nachweis einer Aufsichspflichtverletzung, und die Art der Qualifizierung einer geschaffenen Bademöglichkeit, welche eine solche Aufsichtspflicht für eine Gemeinde hervor rufen kann. Einig ist man sich mittlerweile darüber, dass eine solche Haftungspflich bei „bädertypischem Ausbau“ beginnt. (LTO v. 22.07.2019)

Da der Atzmannsee nunmehr auch mit Rettungsringen ausgestattet ist, stellt sich gem. diesem Urteil die Frage nach einer Aufsicht nicht mehr. Diese hat u. E. vor Ort zu sein, um die Gemeinde abzusichern. Problematisch nur, dass des Letzturteil aus dem Jahr 2017 stammt, und in allen kommunal zugänglichen Veröffentlichungen verwiesen und diskutiert worden war. Damit waren alle Mühen zur Schaffung des Infozentrum „Fischerei & Gewässer“ umsonst, außer man strebt nun eine Art „Privatisierung“ des Atzmannsees zum wohle einiger Weniger an, so dass Badegäste nur noch gegenüber in der neu zu schaffenden „Wasser- und Badelandschaft“, dort im ca. 80 cm hohen (gereinigten) Abflusswasser des Atzmansees plantschen können. Damit hätte man aber mehrere Jahre sinnlos vertan, nur um einer Privatinitiative auf Gemeindekosten eine gute Einkommensquelle zu schaffen.