Oberpfalz – Neue Unterhaltungformate: Jetzt gilt’s? Stadt Neunburg startet „OpenStage“.

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Es ist nichts Neues, denn „Open Stages“ also „Offene Bühnen“ auf denen sich Hobbymusiker:innen aber auch unterhaltende Künstler:innen erstmals oder wiederholt einem Publikum präsentieren können kennt man in anderen Regionen Deutschlands schon lange.  Ohne viel Aufhebens werden hier Auftrittsmöglichkeiten geboten, die – auch dies gehört zur Wahrheit – vor allem für die Gruppen oder Einrichtungen welche die Gastronomie und das Catering betreiben höchst lukrativ, da nicht mit den üblichen vertraglichen Formalitäten behaftet sind. Man versuchte dies schon vor Jahren im Freistaat Bayern mit den „Musikalischen Wirtshäusern“ zu etablieren, um auf diese Weise sowohl die für den Bierumsatz der Brauereien wie auch das bayerische Selbstverständnis positive Wirkung erzielen zu können. Immer besser als den Bürger:innen über politische angedachte  Werbemassnahmen dieses „Lebensgefühl“ erst wieder nahe bringen zu müssen.

So richtig funktioniert hatte das Ganze aber nicht, außer im TV-Format des BR „Zum Hirzinger“. Dort aber durchaus mit Entlohnung für die teilnehmenden Musiker:innen, was angesichts der Rundfunkgebühren auch kein besonderes Problem darstellt.

Vielleicht erinnern Sie sich an den Artikel in unserer DEEZ 04.2022 (S. 21f.) in dem es um die Idee der Stadt Weiden/ Opf. ging bei einem (kommenden) Frühlingsfest den öffentlichen Raum für jede Art von Künstler:innen zu öffnen, um auf günstige Weise Besucher:innen etwas bieten zu können, und für die teilnehmenden Fieranten (regelmässig gegen Standgebühr)  wiederum Umsatz zu garantieren. Mal sehen ob es klappt. Immer mehr triften nämlich die welche es sich leisten können oder wollen in andere Regionen ab, und sind dann z. B. auch für Politiker:innen und deren Anliegen wieder gewählt zu werden nicht mehr erreichbar. Ein weiteres Problem sind die Kirchen, die ebenfalls nicht mehr zum Freizeitbereich der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehören, eine Region nicht mehr  „im Zaum halten“ können.

Nun versucht die Stadt Neunburg v. Wald deren Glück, und bietet ganz offiziell mit „Open Stage“ die Möglichkeit wieder zusammen zu finden. Unbestritten würde dies wenn es klappt auch die Möglichkeit eröffnen Kultur künftig etwas günstiger unter die Leute zu bringen, was angesichts sicher bald sehr stark „eingedampfter Fördermittelgaben“ von EU, Bund und Land ebenso eine nicht unerhebliche Rolle spielen dürfte. Bereits etablierte Veranstaltungen und Gruppierungen könnten dann trotzdem weiterhin gut finanziert werden. „Willige“ und vielleicht auch „billige“ Künstler:innen kann man dann als Geheimtipp auch an anderen Kommunen „vermitteln“.

Sogar die Marktgemeinde Eslarn hatte so etwas in Art einer „Kleinkunstbühne“ schon angedacht, als das „Biererlebnis Kommunbrauhaus“ von 2011 bis 2015 in Planung war. Leider etwas zu „klampfert“, denn neben einem Quasi-Museum auch noch eine Kleinkunstbühne in die EU-geförderte Gaststube mit Küchenabteil zu integrieren war wegen Platzmangel kaum möglich. So musste die Kleinkunst der Schanktheke weichen, und quasi-kulturelle Veranstaltungen (für echte Veranstaltungen dieser Art hätte man noch zusätzlich Fördermittel einwerben können) verbleiben für die wärmeren Monate, im ebenfalls räumlich begrenzten Hofraum des ehem. Raiffeisenlagerhauses.

Quelle: Mittelbayerische